Der Eintrag "offcanvas-col1" existiert leider nicht.

Der Eintrag "offcanvas-col2" existiert leider nicht.

Der Eintrag "offcanvas-col3" existiert leider nicht.

Der Eintrag "offcanvas-col4" existiert leider nicht.

Have any Questions? +01 123 444 555

Wie kann Bluthochdruck behandelt werden?

Meist kann eine Umstellung der Lebensgewohnheiten bereits den Blutdruck senken. Wenn das nicht ausreicht, kann der Arzt Medikamente verordnen.

Wie kann Bluthochdruck behandelt werden?

Lebensgewohnheiten

Sollten Ihre Blutdruckwerte nur leicht erhöht sein, kann bereits eine Umstellung von Lebensgewohnheiten dazu beitragen, den Blutdruck ohne die zusätzliche Einnahme von Medikamenten zu senken. Besonders günstig auf eine Blutdrucksenkung wirkt sich die Verringerung von Übergewicht, eine mediterrane Kost und ausreichende Bewegung aus. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt einen Kochsalzverbrauch von 5,0 bis 6,0 Gramm (2,0 bis 2,4 Gramm Natrium) pro Tag. Alkohol erhöht das Risiko für viele mit dem Bluthochdruck in Verbindung stehenden Erkrankungen. Die maximal zulässige Tagesmenge an Alkohol beträgt 20 bis 30 Gramm Alkohol pro Tag bei gesunden Männern bei zwei enthaltsamen Tagen pro Woche. Dies entspricht etwa einem halben Liter Bier (0,50 l) oder einem viertel Liter Wein (0,25 l) bei einem durchschnittlichen Alkoholgehalt. Frauen sollten täglich nicht mehr als ein viertel Liter Bier (0,25 l) bzw. ein achtel Liter Wein (0,13 l) trinken. Durch Tabakverzicht vermeiden Sie Herz- und Kreislaufschäden.

Oft fällt es Menschen schwer, ihre „Laster“ aufzugeben. Lebensstiländerungen sind anstrengend. Es kann viel Motivation und Geduld erfordern, denn der Blutdruck wird nicht von heute auf morgen gesenkt. Die ersten Effekte treten oft erst nach mehreren Wochen ein. Doch wer „am Ball bleibt“, wird belohnt. Ihr Blutdruck normalisiert sich und Sie tun langfristig etwas Gutes für Ihre Gesundheit.

Da der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt, ist eine einzelne Messung nicht aussagekräftig. Auch deshalb sind regelmäßige Selbstmessungen wichtig. Sie können Ihren Blutdruck mit einem geeigneten Blutdruckmessgerät jederzeit einfach und sicher zu Hause kontrollieren. Achten Sie darauf, dass das Messgerät ein Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga trägt. Ihre Werte sollten Sie sorgfältig in einen Blutdruckpass notieren bzw. in einer App zum Blutdruckmessen speichern und regelmäßig mit Ihrem Arzt besprechen, um stets die beste Behandlung zu erhalten.

Das Ziel ist dabei immer, Ihr Risiko für schwere Folgeerkrankungen zu verringern.

Es kommt nicht nur auf Ihren Blutdruck an

Wenn ein gesunder Lebensstil allein nicht ausreicht, um den Blutdruck erfolgreich zu senken, verordnen Ärzte blutdrucksenkende Medikamente (Antihypertensiva).

Ob eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten sinnvoll ist, hängt nicht allein von der Höhe Ihres Blutdrucks ab. Sollte Ihr Herz oder Gehirn bzw. Ihre Nieren oder anderen Gefäße bereits geschädigt sein, ist bei einem Bluthochdruck eine sofortige medikamentöse Behandlung erforderlich. Falls Ihr Herz oder Gefäße noch gesund sind, ist unter Umständen nicht sofort eine medikamentöse Therapie erforderlich, sondern es werden Lebensstilmaßnahmen zur Blutdrucksenkung empfohlen.

Wenn sich durch Lebensstilmaßnahmen der Blutdruck nicht senken lässt, brauchen Sie blutdrucksenkende Medikamente. Das persönliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt ermitteln. Zur ersten Risikoabschätzung können Sie auch den Risikorechner der Deutschen Hochdruckliga nutzen.

Blutdrucksenkende Medikamente

Durch die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten kann es anfänglich vorkommen, dass Sie sich zunächst schlapp und müde fühlen. Es kann Ihnen auch beim Aufstehen schwindlig werden. Das liegt daran, dass Ihr Körper womöglich seit Jahren an einen zu hohen Blutdruck gewöhnt war. Bis sich der Kreislauf auf die Blutdrucksenkung eingestellt hat, kann es eine Weile dauern. Aus diesen Gründen beginnt Ihr Arzt unter Umständen mit einer geringeren Medikamentendosis und steigert diese langsam, bis die gewünschte Blutdrucksenkung erreicht ist.

Zur Behandlung des hohen Blutdrucks mit Arzneimitteln stehen in erster Linie fünf verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die allein oder auch in verschiedenen Kombinationen eingesetzt werden können. Nicht alle Medikamente sind für alle Patienten gleichermaßen geeignet. Besprechen Sie bei Bedarf mit Ihrem Arzt die Vor- und Nachteile der einzelnen Medikamente.

Wenn der Blutdruck dank der Medikamente sinkt, meinen manche Patienten, sie könnten die Dosis reduzieren oder die Tabletten ganz absetzen. Das ist aber ein Trugschluss. Nach dem Absetzen Ihrer Medikamente steigt Ihr Blutdruck wieder an. In Einzelfällen kann es sogar zu einem massiven, gefährlich hohen Blutdruckanstieg kommen. Möglicherweise sinkt Ihr Blutdruck aber auch aufgrund Ihrer Lebensstiländerungen, dann kann Ihr Medikationsbedarf angepasst werden. Sie sollten grundsätzlich immer zuerst mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie Ihre Medikamente absetzen oder reduzieren.

Schwer einstellbare Hypertonie

Bitte bedenken Sie auch, dass Ihrem Arzt nicht immer sofort eine gute Blutdruckeinstellung gelingen wird. Manchmal müssen verschiedene Wirkstoffe bzw. andere Dosierungen ausprobiert werden, bis Ihr Blutdruck gut eingestellt ist. Sowohl der Patient als auch der Arzt müssen hier viel Geduld aufbringen, bis eine für den Patienten geeignete Behandlungsmethode gefunden wird. Bitten Sie Ihren Hausarzt, falls erforderlich, Sie an einen Spezialisten oder ein spezialisiertes Zentrum zu überweisen.

Die Deutsche Hochdruckliga qualifiziert Ärzte zu „Hypertensiologen DHL®“. Hypertensiologen sind Spezialisten für die Behandlung von Bluthochdruck. Die Deutsche Hochdruckliga zeichnet neben besonders qualifizierten Ärzten auch Praxen bzw. Kliniken aus, die für eine umfassende Hypertonie-Behandlung besonders empfehlenswert sind. In den von der Deutschen Hochdruckliga ausgezeichneten „Hypertonie-Zentren DHL®“ arbeiten alle für die Diagnose und Therapie von Hypertonikern erforderlichen Spezialisten, wie zum Beispiel Nieren-, Herz-, Frauen-, Augen- und Nervenärzte sowie Ärzte für Hormon- und Stoffwechselerkrankungen Hand in Hand zusammen.

Trotz der Behandlung mit mehreren Medikamenten kommt es immer wieder vor, dass der Blutdruck nicht ausreichend sinkt. Dann spricht man von einer therapieresistenten Hypertonie. Insbesondere die von der Deutschen Hochdruckliga qualifzierten Ärzte bzw. ausgezeichneten Hypertonie-Zentren sind auf die Behandlung schlecht einstellbarer Hypertoniker spezialisiert. Spezialisten stellen oft fest, dass schwer einstellbare Patienten Ihre Blutdruckmedikamente nicht regelmäßig einnehmen. Gemeinsam mit dem Patienten wird dann geschaut, worin die Gründe für die fehlende Einnahme liegen.

Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Betroffenen ist der Bluthochdruck die Folge einer anderen Erkrankung (sekundäre Hypertonie). Am häufigsten sind Nierenerkrankungen die Ursache  des Bluthochdrucks (renale Hypertonie). Seltener spielen hormonelle Störungen oder Gefäßerkrankungen eine Rolle. Es zeigt sich immer wieder, dass in fast allen Fällen, mit entsprechenden Bemühungen, auch eine schwer einstellbare Hypertonie in den Griff zu bekommen ist.

Was Sie bei Nebenwirkungen machen sollten

Blutdrucksenkende Medikamente sind im Allgemeinen gut verträglich. Es können aber Nebenwirkungen wie Hustenreiz, Kopfschmerzen, Harndrang oder Müdigkeit auftreten. Befragen Sie Ihren Arzt vor dem Therapiestart zu möglichen Nebenwirkungen. Um Nebenwirkungen zu reduzieren, können auch mehrere Medikamente in niedrigerer Dosis kombiniert verordnet werden. Je mehr Sie im Vorfeld wissen, desto sicherer werden Sie sein.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich feststellen, setzen Sie die Medikamente nicht eigenständig ab oder verringern Sie die Dosis. Im schlimmsten Fall erhöht Ihr Arzt die Dosis, weil er denkt, das Präparat würde nicht wirken. Dies kann Ihre Beschwerden noch weiter verstärken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die von Ihnen empfundenen Nebenwirkungen. Er wird mit Ihnen zusammen besprechen, ob es mögliche alternative Medikamente oder andere Wirkstoffkombinationen gibt, die Ihnen besser helfen. Wichtig ist, nicht voreilig den Schluss zu ziehen, dass Sie ein Medikament nicht vertragen. Auch wenn es zu Beginn schwer fällt, es lohnt sich, ein Medikament etwas länger auszuprobieren.

Eine gute Arzt-Patienten Kommunikation beugt den negativen Effekten (Nocebo) vor bzw. nützt die positiven Effekte (Placebo) aus.

Der Arzt wird zur Vermeidung des Nocebo-Effekts den Nutzen der Therapie vordergründig betonen und weniger die Darstellung aller möglichen Nebenwirkungen des Medikaments. Es ist sinnvoller zu sagen, "95 Prozent vertragen dieses Medikament sehr gut." anstatt zu betonen "Fünf Prozent der Patienten vertragen dieses Medikament gar nicht." In einem Versuch verabreichten Ärzte den Patienten einen blutdrucksenkenden Betablocker. Es wurde aber nur ein Teil der Teilnehmer darüber aufgeklärt, dass der Betablocker zu sexuellen Funktionsstörungen führen kann.

Von den nicht über die Nebenwirkungen informierten Patienten hatten nur drei Prozent von entsprechenden Störungen berichtet.. Eine andere Gruppe wurde über das Medikament aufgeklärt, ohne auf die sexuelle Funktionsstörungen einzugehen. Hier kam es bei 16 Prozent der Teilnehmer zu Potenzproblemen. In einer dritten Gruppe zeigten 31 Prozent Potenzprobleme. Diese Teilnehmer wurden umfassend über das Medikament und alle möglichen Nebenwirkungen informiert. Der Gesetzgeber schreibt allerdings eine umfassende Informationspflicht vor. Das führt zu detaillierten Beipackzettel und mehrseitigen Aufklärungsbögen.

Auf welche Nahrungsmittel Sie aufpassen sollten

Beachten Sie auch, dass einige Nahrungsmittel die Wirkung Ihrer Blutdrucksenker abschwächen oder verstärken können: Kochsalz (Natrium) schwächt die Wirkung Ihrer Blutdrucksenker ab. Alkohol kann die Wirkung von einigen Blutdrucksenkern abschwächen, ebenso Johanniskraut. Details entnehmen Sie dem Beipackzettel bzw. fragen Ihren Arzt. Bitte prüfen Sie auch, ob Sie Medikamente bekommen, die sich nicht mit Grapefruits bzw. Grapefruitsaft vertragen. Auch Chili und Cayenne-Pfeffer (Capsaicin) können bei bestimmten Medikamenten einen Reizhusten verstärken.

Wie Sie mit Blutdruckentgleisungen umgehen sollten

Bei Blutdruckwerten von mehr als 220/120 mm Hg sollten Sie umgehend ärztlichen Rat suchen. Wenn „nur“ die Blutdruckwerte so stark erhöht sind, spricht man von einer „hypertensiven Entgleisung“, wenn die folgenden Symptome dazukommen, von einer „hypertensiven Krise“.

  • Schmerzen, Brennen oder ein starkes Druckgefühl im Brustkorb (Angina pectoris)
  • Atemnot, Krampfanfälle
  • Lähmungen oder Sprach-/Sprechstörungen (können Vorboten oder Symptome eines Schlaganfalls sein). Gerade neurologische Störungen wie die hier beschriebenen Ausfälle gehen sehr häufig mit einem akuten und unerwarteten Blutdruckanstieg einher!
  • Starke Übelkeit (kann Ausdruck eines sogenannten Hirndruckes sein)
  • Verschwommenes Sehen oder Doppelbilder (Ausdruck von Hirndruck oder ein Vorbote eines Schlaganfalls)
  • Nasenbluten, das nicht einfach innerhalb von fünf Minuten zu stillen ist
  • Benommenheit oder sogar Bewusstseinsverlust (Bewusstlosigkeit)

Immer, wenn eines oder mehrere der vorstehenden Symptome in Kombination auftreten, sollten Sie sofort mit Ihrem Hausarzt Kontakt aufnehmen. Notfalls sollten Sie den Notarzt über 112 verständigen.

Bei einem gestörten Arzt-/Patientenverhältnis kann keine ineinandergreifende Behandlung erfolgen, und der Arzt geht von verfälschten Behandlungsergebnissen aus.

Unsere aktuelle Broschüre zum Thema

© 2017 Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL. Alle Rechte vorbehalten.
Wir verwenden Cookies, damit die Website optimal für Sie funktioniert. Mehr erfahren
Akzeptieren